Wo die Zitronen blühen – Massimo Carlotto, Marco Videtta

Zuerst scheint der Fall klar: Giovanna, eine junge Anwältin, wurde von ihrem Geliebten umgebracht. Nur wer ist er? Ist es der Gleiche, der hinter dem Brand der Möbelfabrik ihres Vaters vor 15 steckt? Oder ist es der, der das alte Grundstück ihres Vaters zu einer illegalen Müllhalde gemacht hat? Und was hat die Bande, die alte Damen überfällt damit zu tun?

Ist der Anfang des Krimis noch recht fad, doch der Sog von Verdächtigungen, Korruption und zwielichtigen Verbindungen nimmt zunehmend an Schwung auf. Massimo Carlotto malt das erschreckende Bild einer Gesellschaft in der nichts mehr zählt, als der eigene Profit. Medien werden instrumentalisiert, Menschen betrogen und gefährdet, Informationen zurückgehalten und der Staatsapparat, der all dem entgegentreten sollte wird von schwachen und obrigkeitshörigen Beamten repräsentiert, die einen Fall weniger lösen als abschließen wollen.

Es hat etwas länger gedauert, bis ich den Einstieg in „wo die Zitronen blühen“ gefunden habe, wohl auch auf Grund meiner hohen Erwartungen die andere Bücher, die ich von Massimo Carlotto bereits gelesen habe, in mir geweckt haben. Diese wurden dann aber im zweiten Teil mehr als erfüllt. Eine überraschende Wendung folgt auf die nächste, das Beziehungsnetz wird immer dichter und verworrener.

Wie schon in anderen Büchern, legt Massimo Carlotto den Finger auf einen Bereich der Kriminalität. (Ich kann es nicht lassen: ich muss nochmal „Ich vertraue dir“ empfehlen) In diesem Fall ist es die illegale Entsorgung von Giftmüll auf italienischem Grund und Boden. Mir persönlich gefällt dieser größere Rahmen sehr gut und ich kann jedem potentiellen Leser nur empfehlen: auch wenn euch der Krimi am Anfang nicht so überzeugt, haltet durch! Es lohnt sich!

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