Venezianisches Finale – Donna Leon

Ich gestehe: wenn etwas – und das gilt auch für Bücher – zu sehr gehypt wird, dann bin ich gleich sehr viel kritischer. Vielleicht kommt da ein kleiner Rebell in mir durch, vielleicht laufe ich aber auch nur absichtlich gegen den Strom um ja nicht Gefahr zu laufen, blind der Masse zu folgen. Versteht ihr was ich meine? Wie dem auch sei, ich lese einfach ungern Bücher, die zu berühmt sind. Deswegen hat es auch 32 Jahre gedauert, bis ich mich an meinen ersten Donna Leon Krimi gewagt habe. Chronologisch wollte ich vorgehen und habe Commissario Guido Brunetti in ‚Venezianisches Finale‘ auf seiner Suche nach dem Mörder des in ‚La Fenice‘ vergifteten Dirigenten Helmut Wellauer begleitet. Während er durch la Serenissima spazierte kam für mich dieses unerklärliche Gefühl der Entspannung, dass sich bei mir immer dann einstellt wenn – hauptsächlich oder nebenbei? – durch verwunschene Gassen geschlendert wird, wenn auf strahlende Bauwerke und glückliche Menschen geblickt wird. Wenn das menschliche wichtig und niemand perfekt ist. Donna Leon hat eine wundervolle Stimmung aufgebaut und sympathische, vielschichtige Charaktere entwickelt.

Leider war nur der Kriminalfall vorhersehbar, zumindest für mich. Meine Mutter zum Beispiel hatte wohl bis zum Schluss die Falsche im Kopf und hat mir auch alle folgenden Fälle des Commissario ans Herz gelegt. Ob ich den nächsten Band lesen werde? Wahrscheinlich schon, aber da auf meinem SUB eine Reihe von Büchern liegt, von denen ich mir erwarte, dass sie mich mehr fesseln werden, wird es wohl noch etwas dauern.

Von mir: ***

 

 

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