Tante Poldi und die sizilianischen Löwen – Mario Giordano

Schon auf den ersten Seiten wird klar: hier haben wir es mit einer herrlich verschobenen Protagonistin zu tun: Tante Poldi, eine bayrische 60jährige, die nach Sizilien zieht, um bei Meerblick und Alkohol zu sterben. Genau genommen verschlägt es sie nach Torre Archirafi. Sie haben noch nie von diesem Ort Gehört? Ich auch nicht – und das ist auch gut so. Tante Poldi passt weder nach München noch nach Rom sondern gehört in eine Umgebung in der sie heraus sticht und die durch ihre Einfachheit die Exzentrik von Tante Poldi unterstreicht.
Mario Giordano erzählt so liebevoll und manchmal ironisch, wie ein Junge aus dem Umfeld der rostigen Rentnerin verschwindet, woraufhin diese die Ermittlungen aufnimmt, dass man das Gefühl hat, er würde eine wahre Begebenheit wiedergeben.
Selten habe ich bei einem Krimi so wenig darüber nachgedacht, wen ich für den Mörder halte, denn nach wenigen Seiten war klar: mir war egal, wer der Täter war und welches Motiv er hatte, ich wollte mehr über Tante Poldi lesen!
Wenn ich etwas an dem Buch aussetzen müsste, dann wären es die Zusammenfassungen am Kapitelanfang . Lieber Herr Giordano: Ihr Schreibstil und Ihre Protagonisten begeistern! Es gibt keinen Grund dem Leser zu ermöglichen ganze Kapitel zu überspringen.
Von mir gibt es eindeutige 🥂🥂🥂🥂🥂

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