Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands – Salvatore Basile

Ich kann verstehen, warum dieses Buch in Italien zu einem absoluten Bestseller geworden ist. Es ist die einfache Naivität, die das Herz berührt. Alle paar Seiten musste ich eine Pause machen um nicht die Tränen zu weinen, die der kleine Michele nicht mehr hat. Diese Momente der Pause werden ganz automatisch damit gefüllt, dass man über das eigene Erwachsenwerden, die eigenen Verletzungen und Ängste nachdenkt – und feststellt, wie gut man es selbst hatte (ich zumindest). Michele dagegen wurde von seiner Mutter verlassen, ohne ein Wort der Erklärung, ohne Vorwarnung und ohne je wieder von ihr zu hören. Zurück geblieben ist er mit seinem verbitterten und trinkenden Vater, der ihn gelehrt hat, niemanden an sich heran zu lassen. Erst als er sein eigenes Tagebuch von damals wiederfindet und die quirlige Elena in sein Leben tritt, macht er sich auf die Suche nach seiner Mutter und einem Leben, dass die Bezeichnung verdient.

„Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstandes“ ist wie das Leben selbst: voller ambivalenter Gefühle, die zu Handlungen führen, die nur im Moment selbst wichtig sind, denn zurück bleiben nur die Emotionen, die intensiver und ausufernder werden, wenn man sie zulässt.

Schade ist nur, dass die Orte, in denen Michele auf die Suche nach Antworten geht, erfunden sind, denn man möchte sofort losfahren und sehen, wie er das Meer sieht. Auf der anderen Seite könnte die Geschichte überall wahr sein, in der Toskana, in Puglia oder auch auf Sizilien. Jeder Bahnhof kann der Anfang einer Reise sein, die zu einem selbst führt.

Absolute Leseempfehlung: 🥂🥂🥂🥂🥂

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