Das Gegenteil von Tod – Roberto Saviano

Ohne Einleitung steigt Roberto Saviano in die Geschichte Maria ein – und das hat mich erstmal überfordert. Tatsächlich steht ‚Das Gegenteil von Tod‘ schon seit Monaten bei mir im Regal und ich hatte keine Ahnung vom Inhalt des Buchs. Also nochmal auf Anfang und erstmal den Klapptext lesen. In seinem kurzen (nur 70 Seiten) Werk zeigt der Anti-Mafia-Autor das Schicksal der Menschen, die sich nicht für ein Leben in der Mafia entscheiden. Maria ist hierbei ein junges Mädchen, das seinen Verlobten im Kampfeinsatz in Afghanistan verloren hat. Er begleitet sie in ihrem neuen Leben, geprägt von ihrem Verlust und der Anteilnahme anderer, denen ihr Leid nicht fremd ist.

Im zweiten Teil widmet Saviano sich einem jungen Mann, der eine Frau aus dem Norden mit zu einer Hochzeit genommen hat. Er transportiert das Gefühl von Bedrohung und Sorge um dieses Mädchen auch ohne konkrete Quelle – zumindest keine, die für einen Fremden verständlich wäre, liegt sie doch nur in Blicken. Er spricht von dem Wissen, dass man gehen muss, einer Gewissheit, die der Jugend bis ins Blut übergegangen ist.

Mit wenigen Worten, nur mit zwei kurzen Episoden aus dem Leben junger Leute macht der Autor klar, wie schwierig es ist, sich gegen ein Leben als Teil der Mafia zu entscheiden. Es ist ein Buch, das einen sprachlos zurück lässt. Es wird nichts Neues erzählt, und trotzdem habe ich mich nach der letzten Seite gefühlt, als müsste ich das Gelesene erst sacken lassen und die Informationen verarbeiten.

Bewerten möchte ich das Buch nicht, aber ganz klar weiterempfehlen!

 

Das Gegenteil von Tod

Saviano, Roberto

Hanser Verlag

978-3-446-23335-5

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